Das Wichtigste auf einen Blick
| Rote Liste 2.55 | sehr häufig |
| Bestimmungsmerkmale |
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| Wichtigsten Inhaltsstoffe |
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| Wichtigste Wirkung |
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| Wichtigste Anwendung |
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| Verarbeitung2.28 |
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| Nice to Know 2.28, 2.35 |
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Steckbrief
| Weitere Namen 2.55, 2.28, 2.93 | Ackermelde, Falsche Melde, Weiß-Gänsefuß, Stolzer Heinrich, Mistmelde |
| Pflanzenfamilie 2.55 | Fuchsschwanzgewächse - Amaranthaceae |
| Fundort | Garten Germering / ehemaliger Tramstreifen - Hufelandstraße und weiter zur Panzerwiese |
| Standort 2.55 |
Lichtverhältnisse
Bodenbeschaffenheit
Beispiele
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| Merkmale 2.55, 2.93 |
Wuchsverhalten
Wurzel
Stengel
Blatt
Blüte
Samen
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| Welche Pflanzenteile werden verwendet |
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| Blütezeit 2.55, 2.93 | Mai - Oktober |
| Erntezeit 2.93 |
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| Vermehrung 2.93 |
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| Giftig 2.93 |
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| Verwechslungsgefahr 2.93 | Spreizende Melde |
Unterscheidung 2.93
| Weißer Gänsefuß | Spreizende Melde | |
| Blätter |
Unterseite mehlig "bestäubt" Keine Spießform |
kaum bis gar nicht mehlig "bestäubt" Unterste Blätter weißen, markante Spießform auf |
Allgemeines
Bedeutung bot. Name Google KI
- Chenopodium = griech. "Chen" = Gans und griech. podion/podus = Fuß
- album = albus = lat. weiß
Bedeutung Umgangssprachlicher Name 2.93
- Gänsefuß = Blätter sehen aus wie die Füße von Gänsen
- Weiß = Blütenknospen + Blätter weiß und Blatt unterseite weiß
Historisches 2.93, 2.35, 2.28
- Phrähistorisch
- In Pfalbauten wurden reichlich seine Samen entdeckt, woraus man schließen kann, das er landwirtschaftlich genutzt oder im großen Stil gesammelt wurde
- Vorrömische Eisenzeit
-
- Gänsefuß wurde im magen des Tollund-Mannes aus Dänemarkt gefunden (Moorleiche)
- Antike
- Gelehrter Dioskurides empfahlen Umschläge aus zerquetschten Blättern gegen Gelenksschmerzen/Schwellungen
- Mittelalter
- Bauern mischten Gänsefuß unter das Viehfutter zur Stärkung
- Hungersnot in Russland 1891 und 1892
- Samen wurden während der Hungersnot gemahlen und als Mehl ins sogenannte "Hungerbrot" zur Streckung beigemischt
→Wurde allgemein von Vorfahren genutzt um Hungersnöte zu überstehen (Spinat und reichhaltige Samen)
- Samen wurden während der Hungersnot gemahlen und als Mehl ins sogenannte "Hungerbrot" zur Streckung beigemischt
Wissenswertes 2.93, 2.35, 2.28
- Professioneller Anbau in Indien als Spinatvariante
- Blasenhaare (Trichome)
- Kleine häärchen welche mit einer Flüssigkeit gefüllt sind
- Schützen vor Sonnenlicht und vor Austrocknung zudem speichern sie Wasser
- Wenn sie Platzen (Alterungsprozess) tritt die Flüssigkeit aus und überzieht das Blatt beim trocknen mit dieser weiß/mehlingen Schicht
- 7x mehr Eisen und 18x mehr Vit C als der typische Kultursalat
- Verwand mit Spinat und Quinoa
- Durch den hohen Saponin (Seifenstoff) Gehalt, wurde die Pflanze genutzt als sanfter Hand- und Textilreiniger
- Absud daraus hilft äußerlich gegen Hautreizungen und Insektenstiche
- Tinktur mit Wasser verdünnt -> Klärendes Gesichtswasser
Mythologische Bedeutung 2.28
- Fruchtbarkeit und Ausdauer = Wächst selbst unter den wiedrigsten Umständen und das sehr reichhaltig
Inhaltsstoffe 2.93, 2.35
Keine Evidenzbasierte medizinische Anwendung, alles ist rein historisch aus der Volksheilkunde überliefert.
| Makronährstoffe |
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| Mineralstoffe |
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| Vitamine |
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| Sekundäre Pflanzenstoffe |
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Wirkung
- Abführend
- Antioxidativ
- Blutreinigend
- Entzündungshemmend
- Immunsystem stärkend
- Phytosterole
- Harntreibend
- Kräftigend
Anwendungsbereiche
- Insektenstiche
- Leichte rheumatische Beschwerden
- Sonnenbrand
- Geschwollene Füße
- Schmerzstillend (Zahnschmerzen)
- Durchfallerkrankung
- Verdauungsfördernd
- "weiblichen Zyklus unterdrücken" -> nicht bestätigt
- Stressschutz - Radikalfänger
Anwendungshinweis
- Vorsicht bei Magen-Darm-Erkrankungen -> Saponine können in der Blutbahn Blutplättchen zerstören
- Nicht langfristig einnehmen da Oxalsäure die Aufnahme von Mineralstoffen erschweren kann
- Wegen Phytosterole nicht in der Schwangerschaft essen
- Oxalsäure kann Nierensteine auslösen -> bei Problemen in geringeren Maße roh essen oder außkochen
Darreichungsform
- Auszüge
- Umschläge
- Nahrungsmittel
- Tinkturen
Verwendung in der Küche 2.93
Geschmack
- Pfeffriger Spinat
- Nussiger Brokkoli (Blütenstände)
Was wird verwendet?
Blätter & Triebspitzen (April bis Sommer):
- Zarte Blätter in Salaten
- Gekocht als Wildspinat
Blütenknospen (Frühsommer bis Sommer):
- Junge, geschlossene Blütenstände, gedämpft wie Brokkoli
- Blütenstände Panieren
Samen (Herbst):
- Grütze
- Mehl vermahlen
- Keimsprossen
Wichtige Zubereitungsempfehlung
- Die Oxalsäure kann Nieren Probleme verursachen und die Saponine können Abführend wirken.
- Diese Wirkstoffe können "ausgekocht" werden, daher lohnt sich bei älteren Pflanzenteilen alles zu blancieren oder zu kochen und das Wasser weg zu schütten danach.
Rezepte
Gut für die Natur 2.55,
Futterpflanze
- Raupen 15 (davon 3 spezialisiert)
- Käfer 2
Wissenswertes
- Pionierpflanze
Beispiele für Raupen bzw. später Falter
- Melden-Blütenspanner (ungefährdet)
- Graue Moderholzeule (Stark gefährdet)
- Gänsefuß Blütenspanner (gefährdet)
- etc.
Beispiele für Käfer
- Nebelschildkäfer (ungefährdet)
- Kohlzahnrüssler (Stark gefährdet)
Gut für den Gärtner
Gartengestaltung 2.93
- Breitet sich stark aus - 1,5 Millionen winzige Samen pro Pflanze
- Samen sind sehr lange haltbar - im Boden vergraben über mehrere Jahrzehnte keimfähig
→ Dementsprechend sollte man den weißen Gänsefuß immer etwas "eindämmen" in dem man die Samenstände vor der Reife verwertet
Zeigerpflanze für ... 2.28
- Wächst sehr intensiv auf Stickstoffreichen Boden aber nicht nur
Gartenpflege 2.28
- Gutes Mulchmaterial
- Geeignet zum ansetzen einer Jauche für "Starkzehrer" (z.B. Tomaten, Kürbis)